Die Digitalisierung der öffentlichen Beschaffung in Deutschland sorgt für internationale Aufmerksamkeit: Unsere wissenschaftliche Publikation „Connecting the Dots: Towards a Holistic Data Standardization Methodology in Public E-Procurement (HoDS)“ wurde auf der renommierten HICSS-Konferenz auf Hawaii präsentiert. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung und Erprobung einer ganzheitlichen Methodik zur Datenstandardisierung im E-Procurement. Diese ist in Kooperation der KoSIT mit der Universität Koblenz entstanden. Beteiligt sind Cedric Pauken, Andreas Schmitz, Renzo Kottmann and Maria Wimmer.
Der Beitrag analysiert die Herausforderungen, die durch isolierte IT-Lösungen und fehlende Standards im öffentlichen Einkauf entstehen – etwa Dateninkonsistenzen und mangelnden Datenaustausch zwischen Organisationen und Systemen. Um diese Probleme zu lösen, wurde die Methodik HoDS (Holistic Data Standardization Methodology) entwickelt. Sie kombiniert den Europäischen Interoperabilitätsrahmen (EIF), das Framework für interoperable Service-Architekturentwicklung (FISAD), einen iterativen Anforderungsmanagementprozess sowie die semantische Datenmodellierung mit SeMoX.
HoDS deckt alle Ebenen der Interoperabilität ab – rechtlich, organisatorisch, semantisch und technisch – und ermöglicht eine flexible Anpassung an neue Anforderungen. Die Methode unterstützt sowohl technische Expert:innen als auch Fachleute ohne IT-Hintergrund, indem sie maschinenlesbare Datenmodelle mit verständlicher Dokumentation verbindet. Ein praktisches Beispiel ist XKatalog, ein nationaler E-Katalog-Standard, der den Datenaustausch in der öffentlichen Beschaffung effizienter und kostengünstiger macht.
Die Ergebnisse zeigen, dass HoDS robust und anpassungsfähig ist und die Zusammenarbeit verschiedener aktiver Personen fördert. Datenstandards werden so nicht isoliert entwickelt, sondern in bestehende Systeme und Prozesse integriert. Die Publikation betont, dass die Methodik bislang in einem Anwendungsfall erfolgreich erprobt wurde – weitere Forschung und Praxistests in anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung sind geplant, um die Potenziale der Datenstandardisierung noch umfassender zu erschließen.
Wir freuen uns über das internationale Interesse und sehen die Veröffentlichung als Bestätigung für die Innovationskraft der KoSIT im Bereich der Digitalisierung des öffentlichen Einkaufs.
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